Wie bereits beim vorgängigen Beitrag angetönt, haben wir eine Woche mit Freunden aus der Schweiz in Japan verbracht. Conny und Dänu haben uns nicht nur die Rugby Tickets gebracht, sondern auch Johns Führerschein. Es ist also so weit nach acht Jahren hat John seinen Führerausweis wieder! Lustigerweise läuft er bereits nächstes Jahr wieder aus und die ganze Prozedur fängt wieder von vorne an.
John und ich hatten uns wenig mit Japan beschäftigt, wir hatten uns vorgängig der Reise vor allem mit Russland beschäftigt und nicht wirklich weiter nach vorne geplant. Deshalb war es für uns super, dass Conny und Dänu sich so gut informiert haben und wir ihnen etwas folgen konnten.
Hakone
Nach dem kurzen Aufenthalt in Yokohama, ging es weiter nach Hakone. Hakone liegt im Fuji-Hakone-Izu National Park im Westen von Tokyo und ist ein Bergdorf welches bekannt ist für heisse Quellen. Wir sind mit dem Zug angereist, der letzte Zug von Odwara nach Hakone war ein «Bergzug» und es gibt eine Partnerschaft zu St. Moritz was überall zu sehen ist. Interessanterweise fährt der Zug im Zig Zag hoch, also wechselt der Zug immer wieder die Fahrtrichtung. Der Zug fährt durch eine sehr schöne hüglige Landschaft, schnell haben wir festgestellt, dass hier das Klima noch viel feuchter ist als in Tokyo und es richte nach tropischem Wald.

Am ersten Tag hatten wir etwas Pech mit dem Wetter, wir haben uns im Gästehaus gemütlich gemacht, gespielt und etwas vom Vodka getrunken, denn John und ich von Russland mitgebracht haben. Am nächsten Tag gingen wir dann zu dem berühmten See Ashi, von dort kann man auch den Berg Fuji sehen. Doch der Gastgeber im Gästehaus hat uns gesagt, dass es sehr selten ist das man den ganzen Berg sieht aber wir vielleicht heute Glück haben.
Wir hatten halb Glück, die Spitze des Bergs war mit Wolken bedeckt, doch den Rest konnten wir sehen. Auf dem See haben wir eine Bootstour zum Hakone Schrein gemacht, für mich und John war es der erste Schrein. Anschliessend haben wir eine kleine Wanderung durch den Wald gemacht. Es war sehr tropisch und hatte überall Spinnen, zum Glück nur die dünnen die stören mich nicht. Ebenfalls haben wir zwei Schlangen gesichtet, was uns etwas vorsichtiger machte beim Laufen.
Tokyo
Die letzten zwei Tage haben wir zusammen in Tokyo verbracht, wir kamen genau beim Feierabendverkehr in Tokyo an und die Züge waren sehr voll. Feierabendverkehr ist aber auch sehr spannend, denn alle sind genau gleich angezogen. Anzughosen und ein weisses Hemd und alle stehen in geordneten Linien im Zug und sind mit dem Telefon beschäftigt. In Japan ist es sehr ruhig im ÖV, wenn man etwas zu laut spricht oder laut lacht wirst du sofort angeschaut.
In Tokyo angekommen gingen wir spontan auf eine kleine Bartour und es wurde schnell zu einem sehr witzigen und (un)vergesslichen Abend. Wir haben aber auch die Erfahrung gemacht, dass viele kleine Bars etwas ausserhalb von den touristischen Spots, keine Touristen einlassen. So kam es uns gelegen, dass wir einen japanischen Koch kennengelernt haben. Er hat uns in eine Bar mitgenommen, aber auch dort musste er das Personal zuerst überzeugen.

Am Tag darauf haben wir die Stadt zusammen erkundet und uns dann am nächsten Tag von Conny und Dänu verabschiedet. Danke für den Besuch, es war super!! 🙂
Liebe Mirjam und John,
es ist Sonntag abend, draussen ist es unfreundlich kalt und nass. Nun habe ich soeben euren neusten Bericht gelesen. Auch diese Beschreibung ist anschaulich und mitnehmend. Die Welt von Japan ist mir sehr fremd. Es ist sicher nicht so leicht sich da zurechtzufinden. Wenn man das Englisch beherrscht, kommt man da sicher gut durch ohne auf Schlangen zu treten und gebissen zu werden. Ich meine, die Schlangen verstehen natürlich nicht englisch, aber man kann sich doch mit dem Englisch mit einigen Leuten und vor allem den Turisten verständigen., die einem aufmerksam machen wo Schlangen lauern. Gestern abend späte sind Urs und Brigitt und Malin von der Baia Toscana zurückgekehrt. Ich nehme an, dass sie von der Reise und dem Wechsel ziemlich müde sind. Im Verlaufe der Woche kommen Urs und Hans vermutlich einen halben oder ganzen Tag zu uns, um in unserem Umschwung etwas Ordnung zu machen. Marlen ist häufig am Klavier und übt im Hinblick auf die Trioproben. Ich spiele sehr viel Orgel. Ich verwende dabei den TV-Apparat von Grosi Margrit Thomet als Notenblatt. Ich habe die Noten fotografiert und dann als Bilder geladen. Es geht um eine schwierige Fuge von Bach von mehreren Seiten. Nun muss ich hirnen, wie ich das Seitenwenden während des Spiels vornehmen kann. Ich träume von einer Fusstaste, die das Wenden auslöst. Ihr bewegt euch momentan sehr weiträumig und wir hocken stundenlang am Klavier oder an der Orgel, dazwischen am Esstisch, ab und zu gehen wir nach Bern und treffen Hans oder Dorett. Das Lesen eurer Reiseberichte aus der fernen Welt geben uns eine Weite, ohne dass wir uns geografuisch bewegen müssen. Herzlichen Dank, Bernhard