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Auf dem Weg nach Moskau – Teil 2

Auf dem Weg nach Moskau – Teil 2

Spontan entschieden wir uns also als nächstes in die Ukraine zu fahren, eine Woche haben wir Zeit bis Moskau. Um 23:15 ging es mit dem Nachtbus von Krakow nach Lviv. Fünfzehn Minuten vor Abfahrt sind wir beim Busterminal angekommen, wir sahen drei Busse die nach Lviv fuhren doch alle Fahrer haben den Kopf geschüttelt, als wir unsere Tickets zeigten. Wir wurden etwas nervös, doch dann entdeckten wir den Uralten Bus hinter den drei modernen Reisecars. Wir liefen auf den Bus zu und der Busfahrer fragte sofort als er uns sah: «Mirjam, John?». Erleichtert stimmten wir zu und steigen in den Bus ein.

Nach nur etwa 2 Stunden erreichten wir die Grenze und auf Google Maps zeigte es uns an das es nur noch 40 km nach Lviv sind. Unsere Ankuftszeit wäre 07:00 gewesen und wir fragten uns ob wir viel früher Lviv erreichen werden. Natürlich war das nicht so, an der Grenze warteten wir zwei Stunden bevor wir von den polnischen Grenzwächter überprüft wurden. Dann warteten wir eine weitere Stunde bis die ukrainischen Grenzwächter unsere Pässe und Gepäckstücke durchsucht haben. Schlussendlich haben wir die Grenze um 07:00 passiert, wir dachten beide das dies so kalkuliert war und es nun Sinn macht das Lviv nur 40km entfernt war. Aber wir waren auch hier falsch mit unserer Annahme, der Bus fuhr über Land und ging in die kleinsten Dörfer um Leute abzuladen, wir erreichten Lviv um 10:00 Uhr.

Lviv

Das erste Mal auf unserer Reise konnten wir eine grösseren Kulturunterschied feststellen und freuten uns sehr die Stadt zu erkunden. Lviv ist grossartig, es ist mit Krakow zu vergleichen, einfach mit weniger Touristen. Der Tourismus boomt aber auch hier, vor allem bei Osteuropäer ist die Destination sehr beliebt. Hier ist es schon etwas schwieriger ohne Landessprache zu kommunizieren und wir bemerkten das wir unbedingt das Alphabet lernen müssen.

Impfen in Lviv

In Lviv war unsere zweite Dosis der Hepatitis A und B Impfung fällig, wir fanden ein Medizinisches Zentrum nahe von unserem Hostel. Schnell haben wir bemerkt das dieses Zentrum für Touristen ausgelegt ist und die Impfungen sehr teuer sind dort zu machen. Wir dachten uns, dass wir es zumindest versuchen bei einem lokalen Arzt zu machen und machten uns auf dem Weg in ein anderes medizinisches Zentrum, dass ein bisschen ausserhalb war.

Dort angekommen betraten wir das Gebäude, wir fanden keine Rezeption und alle Türen waren verschlossen. Plötzlich kam eine Frau in einem Kittel und fragte uns etwas auf ukrainisch. Wir fragten ob sie Englisch spreche, sie gab uns ein Zeichen zu warten, bis sie dann mit einem Mann auch im Kittel zurückkam. Wir erklärten dem Arzt was mir möchten, er schmunzelte etwas und klärte uns auf das dies eine Zahnarztklinik ist und sie keine Impfungen machen. Er könne aber für uns abklären, wo wir das am besten machen können. Er ging zu anderen Zahnärzten und fragte ein bisschen herum bis sich alle einig waren das wir zum Spital gehen sollen das nur vier Minuten entfernt ist.

Er kam mit uns dann auf die Strasse und zeigte uns den Weg, er meinte das wir es dort versuchen sollen und falls wir seine Hilfe brauchen können wir zurück kommen und im Zimmer 16 klopfen. Im Spital angekommen gingen wir an die Rezeption, dort sagte man uns dann, dass wir keine Impfung machen können ohne eine Referenz von einem Hausarzt in der Ukraine zu haben. Da realisierten wir, dass wir die Impfung wohl im Amerikanischen Medizinischen Zentrum machen lassen müssen, waren aber froh das wir es zumindest versucht haben.

auf dem Land in der Ukraine

Als wir spontan in die Ukraine einreisten, haben wir natürlich meinen Götti kontaktiert, denn er war zurzeit gerade in der Ukraine auf dem Hof welcher er mit zwei Kollegen betreibt. Hans hat sich gefreut, als wir ihn fragten ob wir denn vorbeikommen können und wir arrangierten das kommende Wochenende.
Wir nahmen einen Bus von Lviv nach Vinnytsia, wo uns Hans erwartete, der Betrieb ist etwa 70 km entfernt von dieser Stadt. Wir schauten uns kurz das Zentrum an, es waren sehr viele Menschen auf der Strasse denn es war der Tag der Unabhängigkeit in der Ukraine. Interessant ist, dass hier die alten Trams von Zürich fahren. Vinnytsia hat sich für die alten Trams beworben und den Zuschlag erhalten so wurden alle alten Trams von Zürich mit Lastwagen nach Vinnytsia transportiert.

Mit dem Taxi gingen wir nach Pariivk, es liegt nahe bei einer kleiner Stadt Illintsi welche 10000 Einwohner hat. Die Strassen sind nicht so gut und sehr rumplig, trotzdem haben John und ich die ganze Fahrt geschlafen.
Während dem Wochenende hat Hans uns den Betrieb gezeigt, er ist zuständig für die Käserei so ging es zuerst in die Käsi wo höchste Hygienen vorschriften gelten. Dort wird Käse, Frischkäse, Butter, Milch, Sauerrahm und Rahm hergestellt. Nach der Tour durch die Käserei schauten wir uns den Rest des Hofes an und die kleine Stadt Illintsi. Hans hat während dem Wochenende immer sichergestellt, dass wir nicht hungrig oder durstig sind, wir konnten uns gut von den vorgängigen Reisen erholen und frisch weiterreisen nach Kiev.

Kiev

In Kiev hatten wir nur einen Aufenthalt von 12 Stunden, wir haben uns die Stadt vor allem zu Fuss angesehen, was wir dann auch beide zu spüren bekamen. Sehr müde und erschöpft haben wir die letzten zwei Stunden bevor unser Nachtzug nach Moskau fuhr im Bahnhof verbracht. Der Nachtzug nach Moskau war sehr angenehm, wir waren beide erleichtert, als wir am Morgen um 4 Uhr die Grenze passierten und keine Probleme mit dem Visum hatten.