on an adventure
 
Auf dem Land in China

Auf dem Land in China

Wir wollten das Landleben in China erleben und haben uns entschieden nach Guillin zu reisen und von dort Ausflüge aufs Land zu machen. Bevor wir nach Guillin kamen haben wir uns nicht gross mit den Fakten beschäftigt und gingen davon aus das es eine kleine Stadt auf dem Land ist. Als wir ankamen haben wir realisiert das die Stadt ziemlich gross ist und vier Millionen Einwohner hat, obwohl das für China wirklich nur eine kleine Stadt ist. Von Guillin haben wir einen Ausflug in die Longshen Reisterrassen und an dem Li Fluss gemacht.

Longshen Reisterrassen

Die Longshen Reisterrassen sind etwa 100km entfernt von Guilin und liegen zwischen 600 und 800 Meter über Meer. Die Terrassen wurden vor über 600 Jahren gebaut und ziehen sich über drei kleine Dörfer Ping’an, Zhongliu und Dazhai, welche vom Yao Volk besiedelt sind. Yao ist eine anerkannte Nationalität in China, sie leben in bergigen Gebieten im Süden-Westen in China. Yao leben auch in Laos, Vietnam und im Norden von Thailand. Die Frauen schneiden sich die Haare nur einmal Mal im Leben mit 18 Jahren, die Haare binden sich die Frauen hoch.

Drei Yao Frauen.

Wir haben uns entschieden von Ping’an nach Dazhai zu wandern und dort eine Nacht zu bleiben, unseres Gepäck haben wir im Hostel in Guilin zurückgelassen. Wir waren etwas enttäuscht vom ersten Dorf Ping’an, der Tourismus hat dieses kleine Dorf übernommen. Da wir in der Nebensaison dort waren, war das Dorf ausgestorben da jedes zweite Gebäude ein Hotel ist und es machte nicht der Eindruck, dass hier noch viele Einheimische leben.

Aber die Wanderung von Ping’an nach Dazhai ist sehr idyllisch und nicht vom Tourismus betroffen, denn es hat vor allem einheimische Touristen bei den Reisterrassen und die meisten Chinesen wandern nicht so gerne. Die Reisterrassen werden im Juni bewässert und im Oktober/November wird der Reis geerntet. Wir hatten etwas Pech etwa 90% des Reis wurde bereits geerntet und die Terrassen waren leer, doch spannend war vor allem, dass wir den Einheimischen zusehen konnten wie sie die restlichen 10% ernteten. Am Abend war dann der ganze Reis geerntet, wir hatten also den letzten Tag erwischt um dieses Handwerk zu beobachten. Wir hatten ein sehr gemütliches Hostel etwas ausserhalb von Dazhai gebucht, es war mitten in den Häusern der Bauern und wir konnten nach der Wanderung auf der Terrasse sitzen und den Einheimischen zusehen wie sie Chilli trockneten, im Garten arbeiteten, auf den Felder den Reis ernteten und das Abendessen zubereiteten.

Li Fluss

Nach dem Ausflug in die Reisterrassen und einem Tag in Guillin machten wir einen Ausflug auf dem Li Fluss. Unsere Hostelbesitzerin buchte uns eine Schiffsfahrt von Guillin nach Yangshuo mit einem Bus welcher uns vom Hostel zum Hafen etwas ausserhalb von Guilin brachte. Um 07 Uhr Morgens brachte uns ein Bus an den Hafen, im Bus war eine Reiseführerin welche die ganze Fahrt Non-Stop und super schnell auf Chinesisch sprach. Anfangs haben wir überhaupt nicht verstanden, weshalb sie so viel spricht, bis wir die Mikrofonfunktion von Google Übersetzter eingesetzt haben und realisierten das sie Werbung macht für verschiedene Produkte die man bei ihr kaufen kann. Wir waren die einzigen Ausländer auf dem Bus, was uns etwas zum Verhängnis wurden als wir beim Hafen ankamen. Kaum hat er Bus parkiert ist die Reiseführerin aus dem Bus gestiegen und alle Anderen sind auch ausgestiegen. Nun der Hafen in Guillin ist um diese Zeit voller einheimische Touristen, da alle Schiffe zwischen 09 und 10 Uhr abfahren, so war es für uns unmöglich die Mitfahrenden von unserem Bus ausfindig zu machen und wir hatten keine Ahnung wo wir hinmüssen da wir die Anweisungen in Chinesisch nicht verstanden.

Wir haben anschliessend Cindy vom Hostel kontaktiert uns sie hat die Reiseleiterin kontaktiert, welche nach einer halben Stunde auftauchte und uns die Tickets für die Schiffsfahrt überreichte. Das Schiff hatte zwei gedeckte Stockwerke wo nummerierte Sitze waren und sich jeweils vier Personen gegenüber sitzen und in der Mitte hat es einen Tisch mit Tee. Wir haben uns entschieden die Zeit auf dem Schiff auf dem Deck zu verbringen, dort waren wir für die meiste Zeit für uns, nur wenn die Reiseführerin sagte das jetzt ein guter Zeitpunkt ist für ein Foto kamen die anderen Reisenden auf das Deck um kurz ein Foto zu machen.

Die Landschaft ist extrem schön, der Fluss züngelt sich durch unzählige Berge, die ganze Fahrt war atemberaubend. Als wir in Yangshuo ankamen haben wir uns entschieden einer der Berge zu besteigen um den Sonnenuntergang zu sehen und wurden mit dem schönsten Sonnenuntergang den wir je gesehen haben belohnt.

Wir haben dann den Abend ausklingt mit chinesischem Essen auf dem Zimmer, was keine gute Idee war denn die nächsten beiden Tagen haben wir dann im Bett verbracht und uns konstant entleert.

One comment

  1. Bernhard Ryter

    Unsere Lieben, wieder ein spannender Bericht! Schade, dass das Essen im Zimmer sich so fatal ausgewirkt hat. Aber das gehört zu jeder längeren Reise. Ich habe das in Brasilien erfahren. Der Klimawechsel und undefinierbare Kost, plötzlich spinnt die Darmflora und man ist gezwungen, zwei, drei oder mehrere Tage zur langweiligen Genesung einzusetzen.
    Vielen Dank für den Bericht. Bei uns ist alles ok. Gestern waren wir beim Hausarzt, der unsere Fahrtüchtigkeit attestierte. Wenn das Verkehrsamt nicht noch Einsprache macht, können wir also wieder zwei Jahre Auto fahren. In meinem Fall – nur noch ein Auge das sieht – ist es nicht ganz selbstverständlich. Natürlich würde die Welt für uns nicht zusammenbrechen, wenn wir auf das Auto total verzichten müssten. Wir brauchen es ohnehin fast nur noch bis zu unserer Bahnstation.
    Am nächsten Sonntag feuiern wir den 55. Geburtstag von Hans! Herzliche Grüsse und die besten Wünsche für eure weitere Reise, Bernhard und Marlen

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