on an adventure
 
Hitchhiking in Japan

Hitchhiking in Japan

Unserer Plan war langsam in den Westen von Japan zu reisen um schlussendlich in Fukuoka die Fähre nach Busan Südkorea zu nehmen. Der erste grosse Abschnitt den wir machen wollten war Tokyo – Osaka. Es ist eine Strecke von 500 Kilometer, welche mit dem Auto in etwa sechs Stunden Fahrzeit und mit dem Schnellzug in gut drei Stunden zu erreichen ist. Der Zug wäre die beste Art zu reisen, es ist aber sehr teuer mit dem Schnellzug kostet die Fahrt etwa 140 Franken pro Person. Im Internet haben wir gelesen, dass Hitchhiking in Japan sehr einfach ist, so haben wir entschieden und auf dieses Abenteuer einzulassen.

Unser Plan war es um sechs Uhr Morgens los zugehen, denn wir planten die ganze Strecke in einem Tag zu machen. Doch ein Rugby Abend (Japan – Irland) kam uns dazwischen und wir schafften es erst um neun Uhr aus dem Hostel.

Rugby Abend Japan – Irland. Es war eine sehr schöne Rede, die John geschwungen hat.

Wir zogen los in Richtung eines 7-11 und deckten uns mit Stift und Karton ein um das Schild zu basteln. Wir haben gelesen, dass wir nur die Richtung aufschreiben sollen und nicht den Zielort, denn sonst glauben die Autofahrer das sie dich bis zum Ziel fahren müssen. Also haben wir die japanischen Zeichen für «Richtung Westen» herausgesucht und auf das Schild gemalt. Anschliessend haben wir das Schild noch dekoriert, denn umso schöner und herziger ein Schild ist desto grösser die Chance das Jemand anhält. Wir dachten wir nehmen den Rugby Anlass und haben das Resultat und die irische sowie die japanische Flagge auf das Karton gezeichnet.

Wir waren ziemlich stolz, dass Google Translator unsere japanische Zeichen lesen konnte und korrekt ins Deutsch übersetzte.

Gestartet haben wir etwas ausserhalb von Tokyo bei einem 7/11 wo die Autos gut anhalten konnten, wir warteten nicht einmal zehn Minuten und ein Auto hielt an. Es war eine Mutter mit ihrer Tochter, es war etwas schwierig zu kommunizieren und wir konnten nicht herausfinden wohin sie fahren. Wir haben ihnen das Schild gezeigt und sie haben uns mit Händen und Füssen erklärt das sie zum Spital gehen um den Grossvater zu besuchen. Wir entschieden uns mit ihnen mitzufahren, als wir los fuhren gingen wir aber in die komplette falsche Richtung und wir dachten das wir wieder von vorne anfangen müssen. Beim Spital angekommen im östlichen Ende der Stadt, sagten sie uns wir sollen warten, der Vater könne Englisch sprechen und kommt gleich. Nach ein paar Minuten tauchte der Vater mit der zweiten Tochter auf, als er uns sah schaute er nicht so begeistert aus. Er hat uns gefragt wohin wir möchten und wir haben ihm erklärten das wir in Richtung Westen möchten, er sagte das er uns nach Odawara bringen kann. Die Mutter und die Tochter stiegen aus um den Grossvater zu besuchen und der Vater und die zweite Tochter stiegen ein und brachten uns nach Odawara. Odawara war die Heimatstadt von ihm und er erzählte uns viele Details über die Stadt und hoffte insgeheim, dass wir eine Nacht in Odawara bleiben würden denn er war sehr stolz auf seine Heimatstadt.

Es war bereits zwei Uhr Nachmittags als wir in Odawara ankamen und wir haben realisiert, dass Osaka viel zu sportlich ist und wir die Strecke in zwei Etappen machen müssen. Wir setzten uns als neues Tagesziel Shizuoka. Auch in Odawara mussten wir nicht lange warten, etwa nach fünf Minuten hielt ein Auto an. Es war ein Mann der geschäftlich unterwegs war und kann uns über den Hakone Pass bringen nach Mishima. Wir haben das Angebot angenommen, es war eine sehr angenehme Fahrt das Auto war sehr gross und gemütlich mit einem Fernseher und einer Klimaanlage und die Landschaft war unglaublich schön. Wir konnten den Berg Fuji ein paar Mal sehen.

So erreichten wir um ca. 15:00 Mishima, dieses Mal warteten wir nur etwa zwei Minuten und eine Frau mit zwei Kinder hielt an. Sie erklärte uns das sie nach Fuji fahren. Wir stiegen ein und hatten lange Gespräche mit der Mutter und den Kindern. Die Kindern waren sehr stolz zu zeigen wie gut Englisch sie können, sie haben jeweils für die Mutter übersetzt da sie nicht gut Englisch konnte. Auf dem halben Weg hat uns die Mutter gesagt, dass sie sich etwas Sorgen macht, da es dunkel wird und uns Niemand mitnehmen wird nach Shizuoka. Wir sagten, dass wir etwas in Fuji suchen können zum Übernachten, wir hätten noch nichts gebucht in Shizuoka. Sie bestand aber darauf uns nach Shizuoka zu fahren, was etwa 40 Minuten entfernt ist von Fuji. So erreichten wir Shizuoka um 18:00 Uhr und buchten ein Hotelzimmer.

Am nächsten Tag gingen wir sehr früh los, denn wir wollten Osaka erreichen und nicht noch einmal einen Zwischenstopp einlegen. Wir hatten am Tag zuvor nur eine Strecke von 190 Kilometer zurückgelegt und es sind immer noch 340 Kilometer bis Osaka. Die erste Fahrt war mit einem Fischer, er nahm uns etwa 30 Minuten mit und fuhr uns dann zum Bahnhof. Etwas dass viele Japaner machen, obwohl es viel besser wäre bei einer Raststätte zu halten um weiter zu gehen. Vom Bahnhof liefen wir etwa 30 Minuten zu einem Sevicebereich kurz vor der Autobahnauffahrt und kurz darauf nahmen uns zwei junge Frauen mit, welche auf dem Weg zum shoppen waren und riesen Irland Fans. Dieses Mal haben sie uns an einer Raststätte gefahren und versuchten uns zu helfen die nächste Fahrt zu finden, was jedoch nicht klappte und wir haben uns verabschiedet.

An dieser Raststätte mussten wir etwas länger warten, nach etwa einer Stunde kam eine Frau zu uns und sagte sie könne uns zu der nächsten grossen Raststätte fahren. Als wir ihr erzählten, dass wir heute bis nach Osaka fahren möchte war sie begeistert und wollte unbedingt Jemanden finden der uns mitnimmt bis Nagoya. Bei der nächsten Raststätte, hat sie zwei Geschäftsmänner gefragt ob sie uns nach Nagoya mitnehmen und diese haben sofort eingewilligt, schnell machte sie noch ein Foto von uns um es auf Facebook zu posten.

Um 15 Uhr erreichten wir eine grosse Raststätte in Nagoya, hier haben wir uns entschieden auf unser Schild Osaka zu schreiben und hofften so Jemand zu finden, der direkt nach Osaka fährt. Wir hatten grosses Glück nach etwa 20 Minuten kam ein älteres Paar zu uns uns sagte, dass sie nach Osaka fahren und wir mitkommen können, wenn es für uns in Ordnung ist das Gepäck auf der Schoss zu haben, denn das Auto war sehr klein. Wir willigten sofort ein, als wir los fuhren sagten sie uns das die Fahrt etwa drei Stunden dauern wird und wir uns melden sollen wenn wir einen Stopp machen sollen. Sie haben uns erzählt, dass sie zu Besuch waren beim Sohn der in Toyota wohnt. Wir unterhielten uns viel, beide konnten sehr gut Englisch da sie Familie in Amerika haben. Es waren sehr unterhaltsame Stunden mit dem Paar und wir haben viel gelacht. Um 18:00 Uhr kamen wir in Osaka an und haben mit einem Bier auf den Erfolg angestossen.

One comment

  1. Bernhard Ryter

    Liebe Mirjam und John,
    vielen Dank für euren Bericht. Ich bin mit euch gereist und habe immer wieder daran gedacht, dass ich leider als Gymnasiast zu faul war, um Englisch zu lernen. Ich habe mich nämlich von diesem Fach dispensieren lassen. So hatte ich einen zusätzlichen freien Nachmittag. Ich fand, dass Latein, Französisch und Italienisch für mich genügten. Den freien Nachmittag verbrachte ich in der Nachbarkirche und übte dort das Orgelspiel. Ich war Schüler des Münsterorganisten und sehr begeistert von diesem Instrument. Ich wäre also nicht fähig eine Weltreise zu unternhemen, wie ihr das macht. Ohne Englisch ist man da sicher verloren. Ich bin vor einer Stunde in Thun gewesen und habe dort verschiede Kommissionenn erledigt. Als ich in Brenzikofen ausstieg, hat mich eine junge hübsche Frau angesprochen. Ich bot ihr an mit mir ins Dorf hinauf zu fahren. Und sie antwortete sehr freundlich auf Englisch. Also auch in Brenzikofen kommt man nicht weit genug ohne Englisch. Aber jetzt bin ich viel zu alt, um diese Sprachlücke noch zu schliessen.
    Vielen Dank auch für die Postkarte, die uns heute erreicht hat. Die beiden Bombenabwürfe sind zwei Mahnmale, die wir nicht vergessen dürfen. Ich mag mich an diese Abwürfe und was unsere Medien damals meldeten erinnern. Im Militärdienst war dann die Gefahr eines Atomkrieges allgegenwärtig. Damals mussten wir ganz konkret befürchten, dass Atomwaffen eingesetzt würden. Die Nato hatte ständig solche Waffen an Bord ihrer Flugzeuge, die entlang der Ostgrenze in Deutschland patroullierten. In einem WK, als ich als Offizier in einem Kurs mit allen Munitionsarten vertraut gemacht worden war, wollte mir das Kommando eine Markierbombe aushändigen, um der Truppe den Einsatz einer Atombombe zu simulieren. Da wurde aus einem Rohr, das solid am Boden stand eine Riesenwolke geschossen. Mir war dieses Spiel nicht ganz geheuer und in Bezug auf Organisation zu kompliziert und aufwendig. Ich nehme an, dass in unseren Arsenalen noch tausende solcher Spielzeuge vorhanden sind.
    Jetzt muss ich abbrechen. Edwin telefniert mir soeben. Wiir wollen nächste Wochde Renat besuchen, der in einem Spital ist und sich dort an einer schwierigen Wunde operieren lassesen muss. Edwin lässt euch auch grüssen, herzlich,. Bernhard

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