Wir sind am Ende des Abenteuers in Russland, nur der letzte Abschnitt der transsibirischen Eisenbahn von Irkutsk nach Wladivostok stand uns bevor seit unserem Aufenthalt beim Baikalsee.
Zugfahrt Irkutsk – Wladivostok
Es war wieder eine lange Zugfahrt gesamthaft 60 Stunden im selben Zug. Da wohl wir auch durch das Reisen immer wie offener wurden und wir auch unsere Ängste vor den zum Teil sehr grimmigen Gesichtern in Russland überwunden haben, waren wir in den 60 Stunden vor allem damit beschäftigt uns mit den unterschiedlichsten Menschen auszutauschen und hatten dieses Mal keine Zeit zu lesen oder Serien zu schauen.
So habe ich ein einige Stunden verbracht mit einem etwa zehnjährigen Jungen zu spielen, er brachte mit ein bisschen russisch bei und ich lernte ihm auf schweizerdeutsch zu zählen. Einmal haben wir uns während Stunden mit zwei etwa Gleichaltrigen mit Google Translator über das Programmieren unterhalten. Schliesslich lernten wir Yuri kennen und verbrachten den Rest der Reise mit ihm beim Karten und Yahtzee spielen, und beim sprechen. Er hatte sehr gutes Englisch was für uns eine angenehme Abwechslung war. Es war uns aber dann doch nicht so wohl, als uns Yuri im vollen Zug gefragt hat, was wir von Putin halten. Diese Frage wurde uns übrigens auf derselben Zugfahrt noch drei weitere Male gestellt.
Natürlich gingen wir auch dieses Mal wieder in den «Ausgang» im Zug und lernten dort unter anderem Finnen kennen mit denen wir zwei Abende verbrachten, hoffentlich können wir das Angebot annehmen und sie im Norden Finnlands besuchen.
Wladivostok
Nach 12’800 km sind wir nun endlich in Wladivostok angekommen es ist unsere letzte Destination in Russland und wir haben noch einmal alles gemacht, was wir in Russland vermissen werden. Am letzten Tag haben wir beschlossen eine Insel ein bisschen ausserhalb von Wladivostok zu besuchen, dort haben wir Yusak von Yokohama getroffen er war lustigerweise am nächsten Tag auf denselben Flug nach Tokio.
Unsere Gedanken zu Russland
Gesamthaft haben wir nun etwas mehr als drei Wochen in Russland verbracht und wagen uns an ein kleines Fazit.
Menschen
Freundlichkeit
Die Menschen in Russland sind sicher am Anfang eine harte Nuss zu knacken. Wenn man in ein Hostel eincheckt, ein Ticket an einem Schalter löst oder einkaufen geht, wird man selten mit einem Lächlen und offenen Armen empfangen. Meist geben sie keine Emotionen von sich, man weiss also nie so genau ob man jetzt am richtigen Ort ist oder ob man alles richtig macht. Es kann also mit der Zeit etwas anstrengend sein und frustrierend um an Informationen zu kommen. Doch hat man einmal die Oberfläche durchbrochen, sind es sehr nette Menschen und interessieren sich sehr für uns. Auch teilen Russen sehr gerne Essen und Getränke mit Anderen, vor allem im Zug kommt das gut zum Vorschein.
Englishkentnisse
Sobald man Moskau verlässt, können die Meisten kein Englisch mehr. Ab dann muss man sich mit Händen und Füssen und Google Translator unterhalten, es lohnt sich unbedingt das Alphabet zu lernen denn so kann man zumindest lesen.
Unterkünfte
Wir haben die meiste Zeit in Hostels oder Gästehäuser übernachtet, beide Optionen sind sehr preiswert und wir haben selten mehr als zehn Franken pro Nacht bezahlt. Die günstigen Nächte waren um die vier Franken pro Nacht.
Es ist ganz wichtig, dass man die Schuhe immer auszieht bevor man ein Hostel oder ein Gästehaus betritt. Meistens hat es im Eingang Finken die man auslehnen kann. Wenn man einmal die Schuhe vergisst auszuziehen, dann ist das Einchecken noch etwas grimmiger als es sonst schon sein kann. Es ist uns aufgefallen, dass die Bettlacken immer ein bisschen zu kurz, leider wissen wir nicht wieso wäre aber sicher noch spannend.
Die Unterkünfte sind meist sehr sauber gehalten und die Küche sind immer gut ausgestattet. In vielen Hostels leben Einheimische, da es ihnen günstiger kommt als eine Wohnung zu mieten. Wir haben nur wenige Touristen angetroffen in den Unterkünften, wir waren aber auch in der Nebensaison unterwegs.
Essen & Trinken
Das russische Essen hat viele Einflüsse von verschiedensten Kulturen, viel ist sicher beeinflusst von asiatischen Ländern wie von der Mongolei und China.
Pelmeni
Pelmeni sind gefüllte Teigtaschen, es gibt unterschiedliche vegetarische sowie fleischlastige Füllungen. Pelmeni werden immer mit sauer Rahm serviert und es gibt sie in unterschiedlichen Grössen. Wir beide mochten das Gericht sehr und hatten es unzählige Male.

Borschtsch
Borschtsch ist eine Suppe die aus roten Beten, Rindfleisch und Weisskohl besteht. Man erhält Borschtsch überall auch jede Stolovaja hat die Suppe im Angebot. Ich war nicht der grösste Fan davon, aber John hatte die Suppe gemocht.

Buchweizen
Buchweizen wird überall dazu serviert, wir beide mochten Buchweizen nicht so sehr, es war ziemlich langweilig und trocken. Es ist aber ein sehr wichtiges Getreide, da es in auch schwierigen Bedingungen wächst.

Stolovaya
Die meisten traditionellen Gerichte kann man einfach in einer Stolovaya probieren.

Alkohol
Russland erlebt auch einen Aufschub von Craft Bier, überall gibt es kleine Bars die Craft Bier verkaufen und diese Bars sind immer sehr gut besucht. Um die drei Franken kostet ein grosses Craft Bier und ein normales Lager ist zwischen ein und zwei Franken. Vodka haben wir nur einmal mit Russen getrunken, dort haben wir gelernt, dass man Vodka pur trinkt aber anschliessend etwas Fruchtsaft trinkt. Bei den Jungen scheint der Vodka nicht mehr so beliebt zu sein und die meisten trinken Bier.
Fazit
Russland ist ein sehr spannendes Land, die Natur ist wunderschön und die Dimensionen sind gigantisch. Russen sind im allgemeinen sehr Freundlich und sehr interessiert an Touristen, oft fühlt man sich nicht so willkommen aber wir denken das dies einfach nicht die Art der Russen ist Emotionen zu zeigen. Ob wir noch einmal nach Russland reisen? Vielleicht, es wäre schön Russland im Winter zu erleben.
Unsere Lieben, mit Spannung haben wir die Fortsetzung eurer Reisegeschichte gewartet. Mirjam, das hast du auch dieses Mal sehr gut gemacht. Wenn man dich liest, wird man in Gedanken für kurze Zeit in eine andere Welt versetzt. Es ist ein sehr dichtes Konzentrat. Ihr macht das sehr gut weil ihr für eine andere Kultur und vor allem für den Menschen offen seid. Wir freuen uns auf dem nächsten Bericht, habebn aber Geduld, wenn dieser nicht so rasch eintrifft. Sich in einer total ,andern Weltaufhalten und dann plötzlich umstellen und sich in unserer Sprache an uns wenden, das kostet Anstrengung. Herzlichen Dank, dass wir an eurer Reise teilnehmen können. Uns geht es übrigens sehr gut.